CV Johanna Lier

johanna lier
Bild: Mara Truog 2015
So wirft die Dichterin Leserinnen und Leser in eine produktive Verunsicherung. Diese steigert sich noch, wenn man erfährt, dass Johanna Lier Eindrücke aus vielen Orten verarbeitet: «Ein Buch und so viele Orte. Irak, Syrien, Libanon, Iran und Zürich, und weniger sichtbar auch Nigeria und Bulgarien sind darin vorhanden. Und dies ist in keiner Weise Absicht. Oder ein künstlerisches Konzept. Es ist eher Ausdruck unserer Lebensweise». Und gerade darum kommen Johanna Liers Verse so menschlich herüber. Zum Beispiel, wenn «the wilder shores of love», der Titel von Lesley Blanchs True-Life Stories über drei Orientfahrerinnen mitten im Alltäglichen auftaucht – wie nebenher als Schlussvers zum Kreisen der Tage: «…auf roten teppichen lichter kreise. voller gäste / voller feiern helle nächte… / …am morgen erwachen. zittern. ein körpergedanke. / hoffnungsfragment… / …erwachen alle gut gelaunt. sonnenlicht. heisse / brötchen. weiche butter. scharfer pfefferminztee / gezuckert… / the wilder shores of love…»
Florian Vetsch

Bücher: 2016 «Bring mir Jagdfang», Offizin Verlag, Zürich / 2007 «so what in englischer sprache ich denke so what», Babylon Verlag, Zürich-Bagdad / 2004 «mas’s nights», Profuge Kunstprojekt, Zürich / 2001 «wenn die rose geht siehst du keine büsche», Edition Howeg, Zürich & «lieb an land schaften», Edition das fröhliche Wohnzimmer, Wien / 1999 «irrt irrt das ohr. irritationen», Edition das fröhliche Wohnzimmer, Wien / 1995«poesiememo» (hrsg), ein Erinnerungsspiel mit Gedichten, Edition Poesiexpress, Zürich / 1994 «engel kommen von vorne», Edition Poesiexpress, Zürich / 1992 «liebe und tod im tiergarten», Edition Poesiexpress, Zürich
Mehrere Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Gedichte wurden ins Persische, Arabische, Italienische, Englische, Spanische und Bulgarische übersetzt

Künstlerische Tätigkeit: 1998–2006 Performances mit den MusikerInnen und PerformerInnen Saadet Türköz, Bernhard Göttert, Wolfgang Suppan, Ilia Vasella, Stella Brunner und Lilian Frei an Festivals in Österreich, Ungarn, Slowakei, Tunesien, Argentinien, Chile, Syrien und der Schweiz. / 2007 Poesieplakat in «Lokale Aufhellungen», Helmhaus, Zürich. / 2002/2003 Poesie Installationen, Dada-Haus Cabaret Voltaire / Sihlpapierfabrik, Zürich und ProFuge Kunstprojekt, Grünau-Zürich. / 1995–1996 Organisation «Sofa für Sappho», Lyrikveranstaltungen, Theater an der Winkelwiese Zürich

Film und Theater: 1984–1998 Arbeit als Schauspielerin in Filmen u.a. «Höhenfeuer» von Fredi M. Murer / «Himmel und Hölle» von Samir / «La Nuit de l’Eclusier» von Franz Rickenbacher / «Männer auf Rädern» von Thomas Carle / «Noch ein Wunsch» von Thomas Koerfer u.a. Arbeit als Schauspielerin u.a. im Teatro Matto, Zürich / Theater E.C.T., Basel / Theater an der Winkelwiese, Zürich / Vanillehärz Produktion, Zürich / Theaterlabor InSitu, Chur. Tourneen durch Deutschland und Österreich2007 Uraufführung von «we always bang bang. sorry for that», Theaterstück, no-made-production, Zürich. / 2006 Off-Text für den Dokumentarfilm «Vietnam Transgen», von Thomas Isler, Zürich. Regie für das Gehörlosenprojekt «Sound of Silent», Basel. / 2005 Uraufführung von «Stoffe», Theater Maralam, Zürich. / 1996 Text und Regie in «Der gefallene Engel im Hotel Schweiz», Theater an der Winkelwiese, Zürich. Konzept und Regie für «Der Zirkus» von Charlie Chaplin, audiovisuelles Projekt mit dem Zürcher Kammerorchester

Lehrtätigkeit: Seit 2007 Dozentin für Deutsche Sprache, wissenschaftliches Schreiben und kreatives Schreiben an der F+F, Schule für Gestaltung und Mediendesign in Zürich, an der Hochschule für Design&Kunst Luzern, an der Hochschule der Künste Bern und Zürich, an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Departement Architektur. Wie auch in der schweizerischen Weiterbildung für Theologen und Theologinnen. Seit 2009 Schreibtrainerin im Projekt Schulhausroman

Politik: Seit 2015 Mitarbeit bei Watch the Med Alarm Phone Investigations / Gründungsmitglied der AutorInneninitiative Schweizer Literaturstiftung und 2013-2017 Einsitz im Vorstand. / 2012-2017 Präsidentin von Suisseculture, Dachverband der Organisationen der professionellen Kultur- und Medienschaffenden der Schweiz.  / 2010-2013 Tätigkeit im Vorstand des informellen Netzwerkes Kunst+Politik. / 2008–2013 Mitorganisation der Veranstaltungen «TeppichTeppich», «Demokratie ein Kurs», «VerseVerse»

Auslandaufenthalte und Recherchen: 2018 Griechenland / 2017 Tunesien / 2010/2011 Israel / 2008/2010 Ukraine / 2006 Kroatien und Chile / 2004 Argentinien / 2001–2002 Iran / 2001 Bulgarien und Nigeria

Preise und Stipendien: 2017 Air-Artist in Residence Krems, Österreich / 2011 Werkbeitrag der Jenny-Bloch-Stiftung / 2010 Reisestipendium der Goethestiftung für Kunst und Wissenschaft Zürich / 2009 Werkbeitrag der Thurgauer Kulturstiftung / 2008 Werkbeitrag der UBS-Jubiläumsstiftung, Zürich / 2007 Werkbeitrag der Gamil Stiftung, Küsnacht / 2006 Werkbeitrag der Steo-Stiftung, Zürich / 2006 Preis für das Schreiben von Theaterstücken der SSA, Schweizerischen Autorengesellschaft / 2003 Stipendium des Bundesamtes für Kultur
2000 Werkjahr der Stadt Zürich / 1999 Literaturpreis der Dienemann-Stiftung / Luzerner Musikfestwochen / 1993 Kulturpreis der Stadt Küsnacht

Ausbildung: 1969–1980 Rudolf-Steiner-Schule in Zürich / 1981–1983 Lehre als Buchhändlerin / 1984–1987 Hochschule für Musik und Theater in Bern. Abteilung Schauspiel / 1997–1999 Ausbildung zur Feldenkraislehrerin, Internationales Feldenkraisinstitut in Basel / 2010 SVEB 1. Lernwerkstatt Olten / 2013 Master Arts of fine Arts, Zürcher Hochschule der Künste