Aktuell

Link zum Live-Stream der Buchvernissage «Amori. Die Inseln».

Die virtuelle Buchvernissage findet am 28.Juni um 19:00 MEZ statt. Klicke auf den obenstehenden Link um Teilzunehmen.
Ich freue mich auf dich!

Infos zum Event: Die virtuelle Buchvernissage wird von Sebastian Seele moderiert. Die Protagonist:innen des Buches sind live zugeschaltet, um mit uns zu diskutieren. Zuschauer sind dazu eingeladen Fragen zu stellen.


«Amori. Die Inseln»

verlag die brotsuppe Biel / erscheint am 19. Mai 2021

Ist es ein Roman? Oder ein Sachbuch? Ein literarischer oder ein dokumentarischer Bericht? Oder wird ausgehend von einer künstlerischen Auslegeordnung mit literarischen Mitteln eine für unsere Zeit dringliche Frage untersucht?
Handelt es sich um einen Versuch im Ungefähren? So wie auch die Protagonist:innen im Ungefähren zu leben gezwungen sind?

Sie fliehen vor Krieg, Diktatur, Hunger und den Auswirkungen der Klimakatastrophe; manche sind auf der Suche nach einem besseren Leben; sie kommen aus dem mittleren Osten, aus Südostasien, dem Maghreb und subsaharischen Ländern. Allen ist gemein, dass sie in seeuntüchtigen Gummibooten das Ägäische Meer überqueren und auf den griechischen Inseln in Lagern gefangengehalten werden, bis entschieden ist, ob sie in Europa Asyl beantragen dürfen – oder ob sie in die Türkei ausgeschafft werden. Das kann Jahre dauern.

Neun Männer und Frauen aus dem Lager Moria auf der Insel Lesbos, Geflüchtete und Aktivistinnen, erzählen der Autorin (oder ihrem fiktiven Alter Ego Henny L), was es braucht, um dort zu überleben. Es geht um Hunger, Kälte, Hitze, Warten, Gewalt und um den radikalen Kontrollverlust über das eigene Leben.

AMORI. DIE INSELN ist keine Chronik der Skandale, sondern ein dokumentarischer Bericht, der mit literarischen Mitteln die grösstmögliche Nähe zu den Beteiligten sucht. Jahrhundertealte, europäische Praxis wird dokumentiert: die Selektion und das Lager.
Die Protagonistinnen setzen ihr die ganz eigenen Vorstellungen von persönlicher Erfüllung und Freiheit entgegen.

«Amori. The Islands»

Is it a novel? Or a non-fiction book? A literary documentary report? Or a literary investigation of an urgent question for our time, based on an artistic interpretation? Is it an attempt at the vague? Just as the people speaking in the book are forced to live in the vague.

They are fleeing war, dictatorship, hunger and the effects of the climate crisis; some are in search of a better life; they come from the Middle East, Southeast Asia, the Maghreb and sub-Saharan countries. What they all have in common is that they cross the Aegean Sea in unseaworthy rubber boats and are held in camps on the Greek islands until it is decided whether they will be allowed to apply for asylum in Europe – or whether they will be deported to Turkey. That can take years.

Nine men and women from the Moria camp on the island of Lesbos, refugees and activists, tell the author (or her fictional alter ego Henny L.) what it takes to survive there. It is about hunger, cold, heat, waiting, violence and the radical loss of control over one’s own life.

AMORI. DIE INSELN is not a chronicle of scandals, but a documentary report that uses literary means to get close to the people involved. A centuries-old European practice is documented: the selection and the camp. The protagonists counter this practice with/oppose it with their own ideas of personal fulfilment and freedom.

«Na ja. Vielleicht nächstes Jahr»

Herausgegeben vom Literaturhaus Stuttgart. Philipp Reclam Verlag Leipzig / erscheint 2021

36 Minutennovellen aus dem Lockdown versammeln Kürzesttexte, zu lesen in kaum mehr als einer Minute. Ihre Begleitung bieten uns die Texte aber weit über eine Minute hinaus an. Deutschsprachige wie internationale Autor:innen, deren Veranstaltungen im Literaturhaus Stuttgart im Frühjahr 2020 pandemiebedingt ausfallen mussten, haben – statt vor Publikum aus ihrem neuen Buch zu lesen – exklusive Prosaminiaturen verfasst, Comics gezeichnet und Gedichte geschrieben (aus dem Vorwort).

Literatur

Bild: Jean Perret / Text Johanna Lier
«so what» sagt der Text, und man fällt in ihn hinein, in ein Erzählen, das um Lücken herum tanzt, abbricht und anfängt, ein du, ein ich entstehen lässt, einen Dialog, einen Monolog. Aus ihm sickern Bilder, Landschaften, Gegenstände mit einer Eindringlichkeit, die alles lebendig macht. Die rotgemusterten Schüsseln hören das Licht, der blaue Hemdenknopf ist das Meer, der Wind, die Insel voller Vögel, der Kaffee hinterlässt eine Landschaftsspur am Glas, und die Haarspange hütet das Geheimnis einer Freundschaft, gerade weil sie vergessen wurde, irgendwo auf einem Tisch, an dem jemand hebräische Wörter lernt…
Astrid Schleinitz

Journalismus

…eine Umfrage bei Verkehrsämtern in der Schweiz hat nun aber ergeben, dass der Konsum von Gedichten in Strassenverkehrsstatistiken der vergangenen Jahre keine Rolle gespielt hat. Einerseits ist das natürlich erfreulich. Andererseits ein wenig bedenklich: Die Statistik lässt vermuten, dass die Lyrik in diesen Zeiten und Breitengraden ein eher marginales Dasein fristet.Warum eigentlich? Johanna Lier, selbst Lyrikerin, begab sich auf interkontinentale Spurensuche – und kommt mit der Erkenntnis zurück, dass es gerade das Gedicht sei, das (wie die argentinische Dichterin Olga Orozco einmal schrieb) «verborgene Bezirke und unaussprechliche Wünsche» erforscht. Und manchmal hat ein Gedicht sogar den Anspruch, in die gesellschaftlichen Verhältnisse einzuwirken, 
Massen zu bewegen oder gar Machthaber zu stürzen…
Adrian Riklin

Projekte

Unter welch prekären Bedingungen Kulturschaffende oft arbeiten, ist ein Thema, das die Zürcher Autorin Johanna Lier seit längerem umtreibt. So schrieb sie im Mai in der WOZ über KünstlerInnen und das Prekariat (siehe WOZ Nr. 18/12). Und nahm sich selbst als Beispiel: «Doch will ich nicht klagen. Es geht mir gut. Sehr gut sogar, wenn ich meine Situation vergleiche mit jener meiner Bekannten in Teheran, Buenos Aires, Tel Aviv oder Beirut … oder nur mit jener der Kassiererin in der Migros um die Ecke. Sogar Bekannte, die in einer Grossbank traumhafte Saläre einstreichen, beneiden mich um mein Leben, da ich tue, was ich will, aus Leidenschaft arbeite und bereit bin, den Preis des Lebens von der Hand in den Mund zu bezahlen – wenn sie sich auch nicht vorstellen können, wie so etwas funktionieren soll.» Johanna Lier, Schauspielerin, Regisseurin, Autorin, hat sich in den letzten Jahren vor allem mit ihren Dichtungen einen Namen gemacht, wobei sie sich mit vielfältigen lyrischen Traditionen der ganzen Welt auseinandersetzt. «Ja. Ich bin ein freies, modernes Subjekt. Denn meine Prekarisierung als Künstlerin unterliegt der Illusion, selbst gewählt zu sein.» Was sie im Mai in der WOZ formulierte, dürfte sie also weiter beschäftigen…
Silvia Süess

Watch the Med Alarm Phone Investigations

Alarm Phone

Autonome Schule Zürich

thesocietyforcuriousthought.com

Investigations – Forensic Architecture

Mare Liberum

Solidarity City

Welcome to Europe – w2eu

missing at the borders

JuLL – Junges Literaturlabor

HSLU Hochschule für Kunst und Design Luzern

WOZ Die Wochenzeitung

Entwürfe Zeitschrift für Literatur

Literaturschweiz.ch – Literaturportal

viceversaliteratur.ch (Plattform für Schweizer Literaturen)

Artists in Labs

Stella Glitter

Marina Belobrovaja

Ingrid Fichtner

Dragica Rajcic

Christine Munz

Svenja Herrmann

Mara Truog

Gina Bucher

Nurit Sharett

Loulou D’Aki

Kontakt

Johanna Lier
Bild: Mara Truog 2015

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Tel: +41 78 881 31 43
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